Christliche Lebensberatung

Texte und Übungen zur Stille

Texte und Übungen zur Stille :

Die STILLE : Gedicht von und nach Marion Wilpers

Die Stille ist niemals nur völlig still.
Höre genau zu, was sie deinem suchenden Herzen sagen will.

Oft ist sie sehr laut und sehr spontan.
Es kommt was hoch und du denkst gerad nicht dran.

Du hörst der Stille nicht zu, ist dir unbequem.
Zehntausend Geräusche, du willst lieber gehn.

Du unterdrückst die heilsamen Worte der Stille und lenkst dich zu deinem großen Nachteil nur ab.
Hältst dich sehr lieber mit viel Ablenkung auf Trapp.

Und tagsüber im äußeren z. T. hektischen Leben, da erkennst du es nicht.
Aber in schlaflosen Nächten begegnet dir die Stille, da erwischt es dich.

Dann hörst du hoffentlich in dich rein, denn dein Herz schlägt ganz laut.
Endlich will es dir viele Dinge sagen, die niemals erlaubt.

Nun bist du sehr beunruhigt, von diesem Gefühl,
Des inneren Widerspruchs : aber sei einfach nur still !

Weißt du nicht, daß dort, wo die Unruhe ist,
Nur deine kleine , schöne, unsterbliche Seele spricht.

Denn sie sagt ganz leise in jedem stillen Augenblick :
Laufe doch gerade jetzt nicht weg, erkenne dein Glück.

Aber natürlich : ALLES soll und darf in dir sein,
Eben auch Kummer, Angst und Sonnenschein.

Du bist vor allem ein Mensch und nicht NUR Gefühl.
Aus tiefstem Herzen bitte ich dich : habe dich einfach selbst sehr lieb,
Dann kann kommen was will !

( von und nach Marion Wilpers  vom 8.4. 2022 )

 

Möglichkeiten zur Gestaltung der STILLE :

 

1.) Ich kann jedem Gedanken, der kommt nachgehen ..... ( dies führt eher weniger zur Sammlung )

2.) Ich kann die Gedanken kommen und gehen lassen und mich auch  auf ein Fokuswort konzentrieren ..... siehe unten .....

3.) Ich kann im Hier und Jetzt ankommen, in der  3. Dimension bewußt ankommen, in dem ich mit allen Sinnen lausche / wahrnehme und nur beobachte ..... OHNE  festzuhalten ..... ( die Buddhisten sagen dazu : Mahamudra )

4.) Ich kann mir die Sinne verschließen, soweit es möglich ist, indem ich die Augen zumache oder so etwas wie eine Schlafbrille benutze und oder die Ohren mit Gehörschützer gegen den Lärm verschließe, und mich dann durch den Atem nach innen führen lassen .

===>>> bis hin zur  5. Dimension, bei der man im Prinzip alles Irdische nicht mehr wahrnimmt......... nur noch im reinen Geist  ( Jesu ), im reinen Bewußtsein    IST .

5.) Ich kann z. B. durch das Jesus-Gebet : ( ständiges Wiederholen von " Jesus Christus erbarme dich meiner " ) mich durch dieses Gebet in die ureigene Tiefe führen lassen ..... ( siehe 6 ) bis hin in die 5. Dimension ( siehe bei 4 ).

6.) Ich kann mich auch durch das Rosenkranzgebet ( Gegrüßet seist du Maria..... im Gotteslob ist dies zu finden ) in meine Tiefe führen lassen, indem ich beim wörtlichen Gebet innerlich hinspüre, hinhöre, und dann aber schweige, wenn mich Jesus anrührt und mir tiefer begegnen will ..... ( im HERZEN  nicht im Kopf ..... )

7.) Ich kann mir die Wirklichkeit mit meinem Geist bewußt machen, daß Jesus Christus einfach da ist im HIER und JETZT ..... so kann ich im Äußeren verweilen oder mich in Jesus nach INNEN führen lassen ..... z. B. über den Atem ..... bis ich bei ihm im reinen Geist Jesu ankomme, anders ausgedrückt : in der 5. Dimension.

Wenn sie  folgende Meditation erleben / mitmachen wollen googeln  Sie auf YT  : Glücksdedektiv und diesen Text :  Geführte Meditation für Entspannung und innere Ruhe .

Gedanken zur STILLE :

Die STILLE ist der Ort, den der Mensch braucht um, um zu sich zu kommen.

Die STILLE ist der Ort, an dem die SEELE zum Vor--schein kommt,

an dem die SEELE zeigt, was ihr wehtut und was sie braucht,

an dem die SEELE den NOT---WENDENDEN Schmerz dem Bewußtsein zuführt,

an dem das eigene Wertgefühl spürbar wird,

an dem die Phantasien für ein verändertes Leben Gestalt gewinnen.

Die STILLE ist der Ort, an dem sich der Mensch, wie an Keinem anderen Ort der Welt,

sich selbst und sein ureigenes Wesen spürt ! ! !

Doch ist die STILLE zugleich auch der Ort, der wie kein anderer gemieden wird, besonders auch von dem in ENTWICKLUNG VERZÖGERTEN Menschen.

Sollte er sich dennoch bereitfinden, diesen Ort aufzusuchen, angeregt vielleicht durch diese Zeilen, dann kann ihm die folgende, vielfach erprobte Übung vielleicht dabei behilflich sein.

( Vom Typ zum Original S. 80 von U.B. ) ( vgl.das Buch von U.B. " Herausforderung zum Leben " Lebenskriesen und ihre Überwindung, Hamburg, 1991, S.53 ff )

Nun die ÜBUNG :

Setzen Sie sich in einem ruhigen Zimmer auf den Teppich und lehnen Sie sich an die Wand.
Legen Sie Ihre Hände auf die Oberschenkel.
Schließen sie die Augen.
Lassen Sie die Gedanken kommen, wie sie kommen und gehen, wie sie gehen.
Schauen sie sich als ZUSCHAUER den Verlauf der Gedanken an, so, als betrachten sie ein interessantes Spiel.
Drängt sich ein Gedanke immer wieder auf, dann notieren Sie ihn auf einem neben ihnen liegenden Zettel.

 

Wandern Sie dann mit Ihren Gedanken durch Ihren ganzen Körper.
Spüren Sie eine Spannung ? Im Kopf vielleicht, im Magen vielleicht ?
Betrachten Sie nur dieses Spannungsfeld. Nehmen Sie es nur wahr. Versuchen Sie nicht, es zu verändern. Vielleicht verändert es sich dadurch, daß Sie es zur Kenntnis nehmen.
( Denn alles Schmerzende oder Bedrückende, ob im Körper oder in der Seele, beginnt sich mit uns auszusöhnen, wenn wir ihm Beachtung schenken. Das läßt sich nicht beweisen, das läßt sich nur ERFAHREN ).
Legen Sie dann beide Hände auf Ihren Unterleib.
Spüren sie, wie unter Ihren Händen der Atem in den Körper strömt, wie aus der " Tiefe " mit dem Atem neues Leben in Sie einzuziehen und Sie auszufüllen beginnt ??

 

Lassen sie sich Zeit für die Wahrnehmung dieser Veränderung ! ! !
Spüren Sie in die Wärme hinein, die sich unter Ihren Händen gebildet hat.
Lassen Sie vor Ihrem inneren Auge die warme " Stelle " zu einem warmen Kreis werden.
Lassen Sie sich Zeit für die Wahrnehmung dieser Veränderung ! ! !
Dieser Runde Kreis in der Mitte Ihres Körpers ist ein Symbol für das runde warme Selbst, das Sie-- im Grunde-- sind und häufig fühlen könnten.

Lassen Sie sich Zeit für diese neue Wahrnehmung ! ! !

Es kann sein, daß sich nun neue Bilder vor Ihrem inneren Auge entwickeln. Ich kann Ihnen nicht sagen, welche Bilder kommen. Wohl kann ich Ihnen sagen, daß Ihre eigenen kommen.

Lassen Sie sie zu, schauen Sie sie an, bleiben Sie bei ihnen ! ! !
( Denn diese Bilder sind die Gesichter Ihrer Gefühle. Die unter den Bildern sich verbergenden Gefühle sind Ihre eigenen persönlichen KRÄFTE, die wohl schon lange darauf warten, daß Sie sie kennenlernen.)
Lassen Sie sich Zeit für diese Bilder ! ! !
Schauen Sie sich jedes einzelne an.
WELCHES Gefühl zeigt sich Ihnen ?
Zeigt sich noch ein anderes ?
Spüren sie, wie Sie SICH zu fühlen beginnen ?
Lassen Sie sich Zeit für dieses neue Erleben .........! !

Wenn Sie sich in dieser Weise auf die " Wand " einlassen , dann kann es sein, daß Sie auch ganz allmählich nach--zu--denken beginnen :
--- über sich selbst,
--- über das, was Sie tun, wieder tun wollen, nicht mehr tun wollen, anders tun wollen.....
--- über das, was Sie " falsch " gelebt haben, gar nicht gelebt haben, jetzt leben wollen.....
Sie werden nicht nur mit neuen Bildern und Vorstellungen, sondern auch mit neuen Kräften IHREN STILLEN RAUM verlassen ! ! !

Vielleicht haben Sie über diese Zeilen rasch hinweggelesen.
Vielleicht sagen Sie auch diesen Leben tötenden Satz : " Für solche Dinge habe ich keine Zeit ."
Sicher ist, daß ein Mensch, der mit sich selber weiterkommen möchte, nicht weiterkommen wird, WENN ER SICH SELBST NICHT BERÜHRT ! ! !
Zahllos sind die Tipps, Tricks, Techniken und Methoden, die als Glücksgaranten angeboten werden und sicher sind manche darunter, die Gewinn bringen können.

DOCH LEBENS-Veränderungen, NICHT nur Verhaltensveränderungen, wird nur der an sich erfahren, der den zunächst ( ! ) mühsam erscheinenden Weg in die UREIGENE TIEFE sucht.

Denn wo sonst sollte er SEINE WAHRHEIT finden wenn nicht dort ? ? ? ! ! !

( Vom Typ zum Original S.81--83 von U.B. )

 

Dazu sagt der Hl. Augustinus : " Im INNEREN des MENSCHEN wohnt die WAHRHEIT "  !

 

 

Eine andere Anleitung zum Stillwerden :

Meinen Leib und meine Seele stimme ich nun darauf ein, daß sie ganz da sind.

 

GEBET :

Hier bin ich, Jesus, vor Dir, wie ich bin.

Mit meiner Sehnsucht,

mit meiner Hoffnung,

mit meiner Freude,

mit meinem Ärger,

mit meiner Müdigkeit.

Hilf mir zu sehen, was Du, Jesus, mir jetzt zeigen möchtest,

zu hören, was Du mir sagen möchtest,

zu spüren, daß du bei mir bist.

 

Ausrichtung des Körpers

Ich suche  eine Haltung zu finden, in der ich aufrecht und gelöst sitzen kann.

Die Füße ruhen in etwas Abstand voneinander fest auf dem Fußboden, sie sind geerdet.

Mein Körper ist aufgerichtet, er ist ausgerichtet nach oben.

Von der Sohle bis zum Scheitel nehme ich ihn wahr

und spüre nach, wie mir diese Haltung hilft, ganz wach und bereit zu sein.

Meine Augen sind geschlossen, sie sind nach innen gerichtet.

Ich lasse die Spannung in meinen Schultern los.........

Meine Hände liegen auf den Oberschenkeln oder offen wie eine Schale im Schoß.

Ich versuche nun meine Gedanken abzulegen,

Dir Jesus, zu überlassen. Du sorgst für alles.

Ich spüre meinen Atem wie er kommt und geht.

Ich überlasse mich ganz seinem Rythmus und spüre mit jedem Ausatmen mehr und mehr, daß die Entspannung zunimmt.

 

JESUS, ich bin nun ganz da, ich bin ausgerichtet auf Dich.

Du sprichst zu mir ..................

 

 

Gebet zur Stille :

 

Schweigen möchte ich, Herr, vor DIR

und auf DICH warten !

 

Schweigen möchte ich, Herr,

damit ich verstehe,

was in DEINER Welt geschieht !

 

Schweigen möchte ich, HERR,

damit ich den Dingen ( u. a. IN mir ) nahe bin,

allen DEINEN Geschöpfen und ihre Stimme höre !

 

Ich möchte schweigen, Herr,

damit ich unter den vielen Stimmen

die DEINE höre und erkenne !

 

Ich möchte schweigen, Herr

und darüber staunen,

daß DU für mich ein Wort hast, das zu mir passen wird  !

( vom 26.10.1981 ,  mir unbekannt )

Folgender Text ist von Uwe Böschemeyer :

Noch eine andere Übung zum Stille werden :

Je schwerer es jemandem fällt, bei sich zu sein, desto günstiger sind für ihn Übungen mit einem klar strukturierten Ablauf. Eine solche Form für Menschen dieser Zeit hat der englische Kardiologe Herbert Benson mit seinem  " Relaxaton Response " , einer Streß-Abbau-Übung, entwickelt.

Sie faßt meditative Stilelemente verschiedener Kulturen zusammen. Benson empfiehlt, diese Übung ein--zweimal täglich 10 bis 20 Minuten zu praktizieren.

Die Wirkung ist erstaunlich : Relativ leicht verlieren sich die  in der Stille üblicherweise auftretenden störenden Gedanken. Körper und Seele kommen rasch zur Ruhe.

Der Geist wird klar. Der Übende fühlt sich gesammelt. Er kommt sich näher, er kommt zu sich selbst.

 

Die Übung verläuft so :

Ich wähle ein Fokus-Wort ( z. B. Ruhe, Frieden, Mut, Wahrhaftigkeit, --- oder JESUS ... oder......? ).

Ich nehme eine bequeme Haltung ein.

Ich schließe die Augen.

Ich entspanne die Muskeln.

Während ich langsam und natürlich atme, wiederhole ich bei jedem Aus-Atem das Fokus-Wort.

Ich bleibe passiv. " Wandern " die Gedanken, lenke ich sie sanft mit dem Fokus zurück.

 

Diese Übung ist gut ! Sie hilft weiter !   NUR : ein noch so gutes Geschenk bleibt für den Beschenkten wertlos, wenn er es nicht auswickelt und belebt.

Wer sich auf diese Übung einläßt, begegnet im Laufe der Zeit einem Phänomen, das kostbarer ist, als jeder äußere Erfolg.----------- Er begegnet seiner " INNEREN  STIMME " .

 

 " Die innere Stimme " / die Intuition

Die " Innere Stimme ", diese kostbarste, doch so vernachläßigte Stimme unserer inneren Welt --- wie könnte sie das Leben des Menschen verändern !

Wer ist sie und woher kommt sie ?

Sie ist ein geniales Zusammenspiel von Instinkt, Intuition, und Erfahrung, ein feinsinniges Duo von Natur und dem Schöpfergeist in uns.

 

Blaise Pascal, der große französische Philosoph, nannte sie die " Weisheit des Herzens ", und sagte von ihr, sie kenne Gründe zum Leben, von denen der Verstand nichts wisse.

Sie äußert sich nie laut.

Sie meldet sich nie im Stress.

Sie äußert sich nie unter Druck.

Sie entzieht sich allem Macherischen.

Sie läßt sich nur in der Stille hören.

Und der wird sie hören, der sie in der Stille hören möchte.

Sie kündigt sich an in Ahnungen.

Sie verdeutlicht sich durch Gefühle.

Sie drückt sich aus in Gedanken.

Und der, der sie hört, wird wissen, daß sie es ist, die in ihm spricht. Wer auf diese Stimme zu hören beginnt, fängt an, auf sich zu hören, und wird nicht mehr von Fremdem bestimmt.

( " Vom Typ zum Original " von Uwe Böschemeyer Seite 100--102 )